Raum Metarchive

Das 'metarchive' ist eine elektronische Datenbank, ein sogenanntes virtuelles Archiv, das verschiedene Afrika-bezogene Sammlungen aus Zürcher Institutionen vorstellt. Objekte, Bilder und schriftlichen Dokumente werden mit Blick auf Sammlungsstrukturen und Sammlungsordnungen betrachtet und in Zusammenhängen, wie sie das 'metarchive' ermöglicht, präsentiert. Eckpfeiler des Metachivs sind die Kategorien «Sammlungen», «Sammlungseinheiten», «Sammlerinnen», «Räume», «Ordnungen" und «Vermittlung». Diese Kategorien bestimmen den Aufbau und die Funktionsweise des 'metarchive's. Die Bilder und Texte im 'metarchive' sind ebenso aufgrund dieser Systematik entstanden.

Das 'metarchive' ist kein elektronischer Katalog, der lediglich einzelne Objekte, Bilder und Dokumente erfasst. Es basiert auf einer Selektion von Gegenständen und Unterlagen aus sehr umfangreichen real existierenden Sammlungen – eine Selektion aufgrund konzeptioneller wie auch ästhetischer Überlegungen. Damit ist das 'metarchive' zugleich ein neuartiger Archiv- und Ausstellungsraum, ein Arbeitsinstrument als auch eine Präsentationsplattform. Es spielt gezielt mit der unüberschaubaren Materialfülle, der Informationsflut, der sinnlichen Überreizung und den verborgenen Schätzen eines Archivs, eines Museums, einer Bibliothek. Es verknüpft Objekte, Bilder und Dokumente aus ganz unterschiedlichen Sammlungen selektiv zu neuen Ordnungen jenseit räumlicher Zwänge und erlaubt es, die Verknüpfungen laufend sichtbar zu machen. Es beleuchtet die mit den vorgestellten Sammlungsgegenständen verbundenen Prozesse der Wissensgenerierung und Wissensvermittlung und reflektiert zugleich über die Art und Weise der Vermittlung, wie sie der virtuelle Raum ermöglicht.
Als übergeordnetes, selektives, räumlich und inhaltlich unabhängiges Ordnungssystem ersetzt das 'metarchive' keineswegs die realen Sammlungen in den jeweiligen Archiven, Bibliotheken und Museen. Es dient im Gegenteil als Anregung dazu, in die Sammlungen hinein zu gehen, die Sammlungsgeschichten von Beständen in den Hinterräumen, Kellern und Depots kennenzulernen und sich den vielseitigen sinnlichen Erfahrungen und inhaltlichen Verästelungen jenseits der glänzenden Ausstellungsbühnen auszusetzen.