African History goes Public

ein gemeinsames Ausstellungsprojekt zur namibischen Befreiungsgeschichte

Projektbeschreibung

"Plakate im Kampf"
Bilder und Öffentlichkeit der Befreiungsgeschichte Namibias. Ausstellung des Historischen Seminars der Universität Basel mit Sammlungen der Basler Afrika Bibliographien

Studierende und Dozenten aus Basel und Namibia erarbeiten gemeinsam eine Ausstellung zur afrikanischen visuellen Geschichte und der Visualtität der Schweizer Solidaritätsbewegung.

Schlagworte: Afrikanische visuelle Geschichte, Public History, Befreiungskampf, Schweizer Solidaritätsbewegung, Forschungspartnerschaft, Ausstellung, Exkursion mit Studierenden.

Hintergrund des Projektes

Das Projekt umfasst ein Forschungseminar des Historischen Seminars der Universität Basel über zwei Semester (2005/06), eine Ausstellung sowie eine Exkursion, bzw. einen Austausch zwischen der Basler und der namibischen Arbeitsgruppe. Die Dozenten in Basel sind Giorgio Miescher (lic.phil) und Dag Henrichsen (Dr.phil), beide Historiker, die seit Jahren zur afrikanischen Geschichte arbeiten.

Das Projekt setzt zwei bisherige Lehraufträge der beiden Dozierenden am Lehrstuhl von Prof. Dr. Patrick Harries fort, die sich ebenfalls bereits auf visuelle Geschichtsquellen und afrikanische Geschichte konzentrierten.

In Namibia wird die Arbeitsgruppe von Jeremy Silvester (Dr. phil) geleitet, langjähriger Historiker an der University of Namibia, seit 2005 Projektleiter der Museums Association of Namibia in Windhoek

Thema: Afrikanische Plakate-Geschichte

Afrikanische Plakate sind für uns ungewohnt, ob vom Format, von den Bildern, der Ikonographie, der Thematik oder vom Anlass her. Sie hingen und hängen nicht nur an Hausmauern sondern auch in Flüchtlingslagern, sie rufen nicht nur zu Wahlen auf, sondern erklären die Wahlregistrierung. Sie werben für Bier und Haarmoden, mobilisierten im Kampf gegen Kolonialismus und heute gegen Aids oder Korruption. Im europäischen Kontext werden afrikanische Plakate dann und wann als Kunst begriffen. Dass sie auch eine wichtige historische Quelle darstellen, ist in der Forschung relativ neu und wird selten thematisiert.

Am Beispiel der Befreiungsgeschichte Namibias zwischen den frühen 1960er und 1990er Jahren soll die Vielschichtigkeit der Rolle von Plakaten als Medium der Mobilisierung, der Werbung und der Propaganda aufgezeigt werden. Welche Themen und Meinungen wurden auf welche visuelle Weise in einem afrikanischen Land, dass um die Unabhängigkeit von Südafrika rang, öffentlich vorgestellt? Wie sah die Waren- und Kulturwerbung in einem kolonialen Kontext aus? Wie wurde international mit dem Bestreben Namibias, von Südafrika unabhängig zu werden, umgegangen?

Wie sahen Schweizer den afrikanischen Kontinent und seine Bevölkerung, wie agierte die Schweizer Solidaritätsbewegung, wie die internationalen Organisationen in Genf, wie die Interessenvertretungen Südafrika's in der Schweiz? Wie wurde nach einem langen Konflikt ab 1990 nationale Versöhnung hinsichtlich des Aufbaus eines neuen afrikanischen Staates propagiert?

Alle Institutionen produzierten, ob in Windhoek, Oniipa, London, Kapstadt, Luanda, Genf oder Basel, unzählige visuelle Materialien, ob Plakate, Zeitschriften, Büchern, Aufkleber, Banner, Fotografien, usw. Die Produktion zeigt, wie sehr Geschichte in öffentlichen Räumen konstruiert und zur Mobilisierung thematisiert wurde. Afrikanische Geschichte wurde während der Befreiungszeit öffentlich sichtbar.

Die Ausstellung, die Arbeitsgruppen und bisherige Arbeiten

Die Basler Arbeitsgruppe besteht aus dreizehn Studierenden, die Hälfte davon nahm bereits an den vorherigen Übungen zur visuellen afrikanischen Geschichte, Schwerpunkt Namibia, teil. Eine Studentin, Anna Vögeli, war seit dem 1.10.2005 für fünf Monate im Nationalarchiv in Windhoek im Rahmen eines Praktikums tätig, um die dortige Plakatsammlung zu katalogisieren. Ihre Arbeit war grundlegend für das Ausstellungsprojekt.

In Namibia hat Jeremy Silvester eine Arbeitsgruppe zusammengestellt, die neben Studierenden von der Universität in Windhoek und der Kunstakademie auch einige KuratorInnen von Museen und Archivare umfasst. Jeremy Silvester war Anfang Januar im Hinblick auf die Zusammenarbeit und Konzepierung der Ausstellungen in Basel. Die Ausstellung in Namibia wird eine Wanderausstellung sein, die ab Ende August zunächst in Windhoek, anschliessend in Oshakati in Nordnamibia zu sehen sein wird.

Die beiden Arbeitsgruppen haben im Oktober damit begonnen, sich die Themen und die Theorie zu erarbeiten. Die Basler Studierenden haben eine Internetplattform für die beiden Arbeitsgruppen aufgebaut sowie eine Internetseite (www.africanhistory.ch), die Ende Januar aufgeschaltet wurde. Zur Ausarbeitung des Ausstellungskonzeptes wurde der Basler Ausstellungsmacher und Gestalter Marcel Goering (Druckwerkstatt) beigezogen. Derzeit (im Mai) sind die Ausstellungsvorbereitungen im vollen Gang und wir freuen uns, dass vier Mitglieder der namibischen Arbeitsgruppe, Timotheus Mashuna, Naitsi Iizyenda, Martha Akawa and Jeremy Silvester, im Mai in Basel mitarbeiten können.

Sie können die Projektbeschreibung als pdf herunterladen.